Anderland im Hier und Jetzt angekommen

 

Angebot des Trauer-Zentrums für Kinder und Jugendliche gut nachgefragt / Gesucht: Mitarbeiter und Sponsoren.


Das Anderland ist nach einem Jahr der Ideen zu einer zeitweiligen Heimat für Mädchen und Jungen geworden. Und die Nachfrage nach diesem Land steigt. Nun soll in dem Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche noch mehr Leben einziehen: Die Initiatoren des Diakonischen Werkes Osterholz und die Betreuer möchten ihr Betreuungsangebot ausweiten. Dringend gesucht werden dazu weitere Mitarbeiter und Förderer. Mit einem Info-Tag warb das Anderland-Team nun um diese Unterstützer.

 
Viele Gäste des Info-Tages zeigten sich von dem Trauerzentrum „Anderland“ des Diakonischen Werkes Osterholz begeistert. „Toll, wie liebevoll hier alles gestaltet ist“, sagte Marianne Lange mit Blick auf das große Kissenrondell, die bunten Zeichnungen an den Wänden, die knuffigen Hocker und flauschigen Kuscheltiere. Die Erzieherin aus Grasberg hatte ihre Kindergarten-Kollegin Kirsten Maiwald mitgebracht. Trauerbegleiterin Stefanie Ruwe und drei weitere Trauerbegleiterinnen führten Interessierte durch die sieben Zimmer von Anderland: Küche, Gruppenräume für Kinder und Angehörige, Mal-und Bastelraum, Ruheraum und den Toberaum mit Boxsack und Boxhandschuhen. Die Grasbergerinnen „waren sehr gespannt, wollten reinspüren, sehen, wie Anderland wirkt und Kontakte vor Ort knüpfen“. Ihr Fazit: „Die Räume, das Konzept und das Team wirken sehr lebendig, authentisch und praxisnah. Ich glaube, die Kinder sind hier gut aufgehoben.“, meinte Maiwald. Die Frauen kennen trauernde Kinder aus ihrem Alltag und sind wichtige Kontaktpartner von Anderland. Genau wie Kinderärzte, Schulleiter, Mitarbeiter von Jugendämtern, Pastoren und Diakone. Sie alle waren eingeladen, die Betreuung von Anderland kennenzulernen. „Wir möchten unser Netzwerk dichter knüpfen und Menschen aus dem ganzen Kirchenkreis noch intensiver helfen“, warb Norbert Mathy, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, für das Projekt.
 
Nach der einjährigen Startphase sucht das achtköpfige Team der Trauerbegleiter, sieben Frauen und ein Mann, weitere engagierte Kollegen. Denn Anderland wächst: Schon am 18. Mai startet alle 14 Tage die zweite Trauergruppe für Kinder und Jugendliche mit fünf Teilnehmern. Zehn Kinder von vier bis zehn Jahren kommen donnerstags. „Weitere Kinder, die Angehörige verloren haben, sind natürlich herzlich willkommen“, warb Mathy. Anderland pflegt laut Mathy eine ganzheitliches Trauerbegleitung und hohe Betreuungsqualität: Die Einzel- und Telefonberatung, Trauertreffs für Kinder und Angehörige sowie eine Angehörigengruppe und Infoveranstaltungen ergänzen das Angebot von Anderland. Info-Treffen am 29. Mai Stephanie Ruwe gehört zum Team der Ehrenamtlichen, das die Kinder in ihrer Trauer mit viel Engagement begleitet. Erst im April wurden neue Ehrenamtliche intensiv geschult. „Wenn ich in Anderland bin, fühle ich eine beseelte Ruhe, bin in einer anderen Welt“, sagte sie. „So kann ich den Kindern helfen, ihr Riesenschicksal leichter zu tragen.“ Es tue ihr gut, „Sinnvolles zu tun und den Kindern etwas für ihre Zukunft mitzugeben“.
Sie begleitet donnerstags mehrere Kinder. Sie erzählte von der Anfangsrunde, dem Anzünden von Kerzen, beschrieb das Memory, bei dem Kinder ihre Gefühle auf Karten schreiben, und erklärte die Freispielphase, in der die Kinder bestimmen, ob sie toben, ruhen, lesen oder schmollen möchten. Die Betreuerinnen, so Ruwe, ahmen die Worte und Gesten der Kinder nach, spiegeln deren Verhalten. „Wir pflegen so die absolute Wertschätzung der Kinder und ihrer Gefühle“, sagte Ruwe. Kinder schätzten den Mix aus Ritualen, Zuwendung und Freiräumen. So könne jedes Kind seinen Weg finden, die Trauer zu spüren und zu artikulieren: mit dem Buntstift, mit Schreien, dem Wunsch nach Körperkontakt oder dem Boxhandschuh. Mit dieser Wertschatzung sieht sich Anderland auf der Höhe der Trauerforschung und Seelsorge mit jungen Menschen. Wie Mathy betonte, können die Kinder den Trauerprozess aktiv gestalten, Erfahrungen austauschen, Ressourcen entwickeln. Sie könnten den Verstorbenen einen neuen Platz im Leben geben und in der Familie und im Freundeskreis ihren Platz und ihre Ziele neu formulieren. „Denn jedes Kind trauert anders.“ Mathy nahm damit Grundaussagen des neuen Seelsorgebuchs von Professor Matthias Günther mit dem Titel „Der Tod ist eine Tür“ auf, das der Religionspädagoge den Gästen vorstellte. Unterstützt wird das Trauerzentrum durch den „Freundes- und Förderkreis Anderland“, den Gerd Schwieger initiierte und mit Paul Mahrt leitet. „Wir suchen Menschen, die unserem Kreis beitreten und Anderland als Botschafter in die Öffentlichkeit tragen.“ Sie möchten weitere Sponsoren gewinnen, da Anderland nur zur Hälfte von der Landeskirche finanziert wird. Ein Infotreffen findet Mittwoch, 29.Mai, 18.30 Uhr Findorffstraße 21, in Osterholz-Scharmbeck statt. Info unter www.anderland-ohz.de und unter 0 47 91 / 98 06 64.
 
(c) Wümme-Zeitung 11.05.2013 - Brigitte Lange

 



Adresse:

Findorffstrasse 21
27711 Osterholz-Scharmbeck
Tel.: 04791-980664

Kontakt:

anderland.ohz@evlka.de
 



Wir sind bei Facebook

 



Spendenkonto :


Sparkasse Rotenburg Osterholz

BIC:       BRLADE21ROB
IBAN:    DE33241512350000231845 

 

VB Osterholz-Scharmbeck
BIC:       GENODEF1OHZ
IBAN:    DE55291623940004632900

 

Inhaber: Kirchenamt in Verden
Verwendungszweck Anderland 

 

 



Wir kooperieren mit
 


in Bremen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen