Hilfe für Helfer damit Kinder und Jugendliche besser mit Trauer fertig werden
 
Eine Weihnachtsfeier für die gut 200 Kollegen ausrichten und dazu ein unterhaltsames Programm zusammenstellen – vor dieser Aufgabe stehen in jedem Jahr die Auszubildenden der Volksbank im zweiten Lehrjahr. Dazu gehört es auch, eine Spendensammlung zu organisieren. „Der Spendenempfänger muss aus dem Geschäftsgebiet Osterholz-Scharmbeck, Bremervörde oder Gnarrenburg kommen und wird auf der Feier in einer kleinen Rede vorgestellt. Anschließend gehen wir mit den Spendenboxen im Kollegenkreis auf Sammeltour“, erzählt Rieke von Rahden. Dieses Mal sammelten sie für Anderland, das Zentrum für trauernde Kinder. Der Vorschlag dazu kam von Marvin Ohmstedt, der die Einrichtung der Diakonie durch sein kirchliches Engagement bereits kannte. Die acht Azubis hätten den richtigen Ton getroffen und den Kollegen das Projekt Anderland nahe gebracht, meint Ausbildungsleiterin Anita Ross. „Die jungen Leute haben das professionell vorbereitet und sich vorher umfassend bei mir informiert“, sagt auch Matthias Schmidt von Anderland, der sich für die Spende in Höhe von 1800 Euro bedankt und die jungen Banker bei der Übergabe durch die Räume führt. „Es war eine gute Entscheidung, dieses Projekt zu unterstützen“ sind sich die acht Auszubildenden hinterher einig. „Anderland“ habe zwar eine Anschubfinanzierung von der Landeskirche Hannover erhalten, bekomme aber keine anderen Fördermittel und sei weitestgehend auf Spenden angewiesen, sagt Schmidt: „Wir freuen uns über jede Zuwendung. Denn bis Mai 2015 müssen wir einen Weg finden, die Einrichtung zu sichern.“
Kinder und Jugendliche, die den Verlust eines engen Verwandten verarbeiten müssen, bekommen im „Anderland“ die Chance, ihre Trauer, ihre Angst, ihre Schuldgefühle und ihre Wut zuzulassen . In 14-tägigem Wechsel treffen sich donnerstags von 16.30 bis 18 Uhr zwei Gruppen in den Räumen an der Findorffstraße 21. Einmal die Sieben- bis Zwölfjährigen, das nächste Mal die Dreieinhalb- bis Siebenjährigen. Sicherheit gibt zu Beginn eines jeden Treffens das viertelstündige Begrüßungsritual im großen Kissenkreis. Dort findet auch das Abschlussritual statt. Dazwischen liegt eine Stunde Freispiel.
„Spiegeln statt fragen“ heißt die Devise. „Wir erfragen, steuern oder verlangen nichts, sondern sind nur da und hören zu. Wir wollen weder bilden noch erziehen, sondern die Kinder befähigen, ihre Gefühle auszuleben. Denn das ist in der Familie oft nicht möglich“, so Schmidt. Eine hauptamtliche Gruppenleiterin und fünf bis sieben ausgebildete Ehrenamtliche sind für zehn Kinder zuständig, so dass immer ein bis zwei Kinder von einem Erwachsenen betreut werden können. Es gibt einen Ruheraum, in dem sie entspannen und Musik hören können. Wer Aggressionen ausleben möchte, kann sich am Boxsack abarbeiten oder mit anderen die Kräfte messen. Schmidt:„Alles ist erlaubt, bis wir Stopp sagen.“ Die Kinder kommen mit einem Angehörigen. Diese Erwachsenen sitzen in einem Raum zusammen und werden ebenfalls begleitet. Damit die Kurzen sich sicher und unbeobachtet fühlen, dürfen die Angehörigen die Kinder nicht in deren Räumen aufsuchen. Die Kinder dürfen dagegen jederzeit zu den Erwachsenen hinein gehen.
 
Auf dem Bild: (von links) Marvin Ohmstedt, Ausbildungsleiterin Anita Ross, Marie-José Bock, Jan Leska, Matthias Schmidt (Anderland), Sebastian Witt, Rieke von Rahden, Niklas Renken und Marleen Finken. OKI·FOTO: OKKEN
Auf dem Bild: (von links) Marvin Ohmstedt, Ausbildungsleiterin Anita Ross, Marie-José Bock, Jan Leska, Matthias Schmidt (Anderland),
Sebastian Witt, Rieke von Rahden, Niklas Renken und Marleen Finken. OKI·FOTO: OKKEN
 
Seit 2012 hat Anderland 40 Kinder und 35 Erwachsenen in ihrer Trauer begleitet. Zurzeit sind 18 Kinder und Jugendliche in den Gruppen. Zwei Jugendliche werden einzeln betreut. Das Angebot ist kostenlos und für alle Konfessionen. „Der Bedarf ist da. Wir brauchen nicht nur Spenden, wir würden uns auch über Mitarbeiter freuen.
 
"Besonders Männer fehlen“, so Schmidt.
Info gibt’s unter Telefon 0 47 91 / 98 06 64 oder www.anderland-ohz.de.
 
(c) Osterholzer Kreisblatt 18.01.2014 - Ilse Okken

 


Adresse:
Findorffstrasse 21
27711 Osterholz-Scharmbeck
Tel.: 04791-980664

Informationen und Anmeldung:
Matthias Schmidt / Gerd Rühlemann

 

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