Anderland bekommt starken Rückenwind
 
Förderkreis des Trauerzentrums für Kinder und Jugendliche gegründet / Mitglieder planen Spendenaktionen und Projekte
 
Nach 70 Minuten war die Neugründung besiegelt: Anderland, das Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche, bekommt kräftigen Rückenwind durch einen Freundes- und Förderkreis. Initiatoren und Mitglieder wollen nun weitere Sponsoren und Mitstreiter gewinnen.
 
Einige der Förderkreismitglieder kamen nach dem Gründungstreffen noch mit den Initiatoren Paul Mahrt (links) und Gerd Schweiger (Zweiter von rechts) sowie Diakon Matthias Schmit (rechts) zusammen. FOTO: FRGleich auf mehreren Wegen wollen die 15 Gründungsmitglieder Anderland fördern. „Wir sind mit der Arbeit von Anderland sehr erfolgreich und müssen sie langfristig finanziell und personell sichern“, begründete Initiator Gerd Schwieger die neue Initiative. Diakon Matthias Schmidt, Leiter des Zentrums, nannte die Zahlen dazu: 14 Ehrenamtliche betreuen alle 14 Tage Kinder von vier bis 12 Jahren und ihre Angehörigen. Eine zweite Gruppe starte nach Sommerferien. „Wir brauchen 60 000 bis 70 000 Euro jährlich zusätzlich für Personal und Räume“, bilanzierte Schmidt. Die Landeskirche übernehme nur 50 Prozent der Kosten. Gerd Schwieger plädierte dafür, mit dem Förderkreis über „Botschafter“ eine breite Unterstützerbasis in der Bevölkerung zu schaffen. Wenn jeder seine Kontakte aktiviere, „knüpfen wir ein dichtes Netzwerk von Unterstützern“. Der Förderkreis als Impulsgeber könne „mit einem Mitgliedsbeitrag eine erste Basis für die finanzielle Förderung leisten“. Den größten finanziellen Beitrag erhofft sich der Freundeskreis von der Wirtschaft, Institutionen und Einzelspendern. Förderkreis-Mitglied Fritz Bokelmann schlug vor, Anderland als eine starke Marke zu kommunizieren: „Wir brauchen einen hohen Wiedererkennungswert für das Projekt und sollten daher den Namen, die Leistungen und das Konzept von Anderland über die Presse, das Internet und weitere Kanäle kontinuierlich darstellen“, sagte der ehemalige Banker. Unternehmen als Türöffner Mitinitiator Paul Mahrt schlug vor, „einen bekannten Paten und namhafte Unternehmen anzuwerben“, die als Vorreiter Türen öffnen und Zugkraft für das Projekt entwickeln könnten. Alle Mitglieder verständigten sich darauf, vor konkreten Kontakten zur Wirtschaft eine Strategie auszuarbeiten. Sie soll klären, wer mit welcher Botschaft wann mit wem spricht. Auch konkrete Projekte wurden bereits ins Auge gefasst. Heike Tellmann schlug vor, eine in Oldenburg erfolgreiche Fahrradputzaktion gegen eine Spende für Anderland anzubieten. Auch beim Diakoniefest am 14. Juni in der Stadt sind die Mitglieder präsent. Und Mitte August möchte das Anderland mit einem Infoabend weitere Trauerbegleiter für die zweitägige Ausbildung gewinnen.
 

 

Der Förderkreis will sich neben den Finanzen auch um das Ansprechen von trauernden Kindern und deren Angehörigen kümmern. Wie Schwieger vorschlug, sollen Schulen und Kinderärzte gezielt mit Anschreiben, Vorträgen und Beratungen über Anderland informiert werden. Eine Initiative, die Dirk Jenner begrüßte: „Lehrer haben zwar Kontakt zu trauernden Kindern, sind aber oft überfordert und suchen professionelle Unterstützung“, berichtete der Pädagoge. Sonja Mackenberg, ebenfalls Pädagogin, möchte im Förderkreis „die Kontakte zu Schulen ausbauen“. Sie hat bereits mehrere Anfragen aus ihrem Kollegenkreis erhalten, die sie an Anderland vermitteln möchte. Beim nächsten Freundeskreis-Treffen am Mittwoch, 26. Juni, wollen die Akteure ab 18.30 Uhr im Anderland (Findorfstraße 21) ihr Netzwerk weiter verdichten.

 

Weitere Informationen unter Telefon 0 47 91 / 98 06 64 und www.anderland-ohz.de.
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(c) Wümme-Zeitung 05.06.2013 - Andreas Hanuschek 

 



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